10.08.2013 - Schlepzig

Tagesausflug vom 10.08.2013

 

Kommen Sie mit und lesen Sie den ausführlichen Reisebericht:

  

Auch im Jahr 2013 wollten die Senioren des ASB RV Berlin-Süd e. V. in der verhältnismäßigen ruhigen Zeit wieder eine Tagesfahrt mit Helmut veranstalten. Man überlegte hin und her und kam nach einigen Verschiebungen zu dem Entschluss diese gewünschte Fahrt am Samstag, den 10ten August, zu machen. Es wollten eigentlich mehr Senioren daran teilnehmen, so das wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs sein wollten, aber zum Schluss waren wir nur 8 fröhliche Senioren die gegen 09:00 Uhr zur Abfahrt in der Lahnstr. / Flurweg erschienen sind und der ASB – MTW ausreichte. Es war der letzte freie Samstag an dem Helmut und ich konnten (kein Sam In – Treffen, da Ramadanfest).

Für ein ausgiebiges Picknick wurde alles eingekauft und vorbereitet und am frühen Samstagmorgen für den Transport zusammen gestellt. Auf Grund der schwierigen Witterungsverhältnisse wurden die Salate erst früh morgens hergestellt und auch Fleisch und Bouletten für die Sandwichs gebraten. Natürlich durften die diversen Getränke auch nicht fehlen, Gott sei Dank hat das „Catering – Team Korb“ genügend Kühltransporte. Nachdem die letzten Senioren und das Essen im Flurweg eingeladen wurden, stand dem eigentlichen Ausflug nichts mehr im Wege.

Nun startete die gemütliche Autofahrt in den Unterspreewald, vorbei an Tropical Islands ins ca. 70 Kilometer entfernte Schlepzig.

Schlepzig zählt zu einer der ältesten Gemeinden im Land Brandenburg. Im Jahre 2004 feierte man das 1000- jährige Bestehen. In einer Schenkungsurkunde Heinrichs des II. an das Kloster zu Nienburg wurde Schlepzig erstmals im Jahre 1004 urkundlich erwähnt. Schlepzig wurde damals Zloupisti genannt, das war die wendische Bezeichnung für „Pfahl“. Die ersten Behausungen (Bauten) wurden auf Pfählen gebaut. Das markanteste Haus dafür ist die heutige Gaststätte „Zur Reuse“, dieses Gebäude war in früheren Jahrhunderten eine Bäckerei.

Für meine Begriffe sind wir eigentlich ein Jahr zu früh dort gewesen denn im nächsten Jahr steht die 1010- Jahrfeier an und dann wird eventuell wieder groß gefeiert. Man bezeichnet diesen Ort auch als Zentrum des Unterspreewaldes.

Nach dem Erreichen unseres Zieles gab es vom „Imbisswagen“ einen kleinen Snack und Getränke.

Anschließend marschierten wir in das Bauernmuseum – Schlepzig denn dort waren wir zu 10:30Uhr zu einer Führung angemeldet. Was wir leider nicht wussten, dass die Verantwortliche der Führung kurzfristig erkrankt ist und somit die Führung ausfiel und wir uns alles alleine mit Wegbeschreibung erkunden mussten. Unser Senior Lothar übernahm soweit er konnte die Führung mit ausführlichen Erklärungen; besser hätten wir es gar nicht treffen können. Auf diesem Weg noch einmal ein herzliches Dankeschön an Ihn.

Das heutige Bauernmuseum war in der Vergangenheit ein Bauernhof welcher im Jahre 1818 entstand. Der Preußenkönig Friedrich Willhelm III. (1770 – 1840) gab einem Bauern Namens Richter das damals 100 ha große Grundstück (ca. 30ha landwirtschaftliche Nutzfläche und ca. 70 ha Wald) als Lehngut und dazu das Amt des Dorfschulzen.

Im Jahre 1960 wurde das alte Bauerngehöft unter Denkmalschutz gestellt und ist seit 1985 als Bauernmuseum öffentlich zugänglich, eine Sanierung fand 1990 statt.

Die Räume der Bauernwohnung mit Altenteil sind originalgetreu eingerichtet worden. Der Dachboden des Wohnhauses beherbergt eine ständige Ausstellung zur Entwicklung der Landwirtschaft, zu Bräuchen, Traditionen und Kultur sowie zum Teil der Geschichte im Spreewald. Eine umfangreiche Sammlung von typischen Geräten und Gefäßen der Hauswirtschaft findet man in der Bauernwohnung. Die Ausstellung vermittelt einen interessanten Einblick in die Lebens-, Wohn- und Arbeitswelt der Spreewälder Bauern vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die DDR – Geschichte.

Die Ausstellung in der Stallscheune informiert über die Forstwirtschaft, Fischerei und Leinherstellung im Unterspreewald. Außerdem findet man Gerätschaften zur Wäschereinigung und deren weitern Bearbeitung; wie auch zur Honiggewinnung und Leinölherstellung.

Landwirtschaftliche Arbeitsmittel befinden sich in der Feldscheune (Traktorensammlung und andere Gerätschaften), ebenso gibt es auf dem Hofgelände einen wundervoll angelegten Kräutergarten und ein Kleintiergehege mit zwei Ziegen zurzeit (die man mit erworbenen Spezialfutter füttern darf). Man findet auf dem Hofgelände auch noch ein Backhaus mit einem funktionstüchtigen Lehmbackofen. Dieser Lehmbackofen wird mit Reisig erhitzt und dann können die Kuchenbleche zum Backen von Kuchen oder Brot eingeschoben werden.

Auf dem Museumshof wird auch noch der alte Brauch des Heuschobers gepflegt.

Nach diesem interessanten Rundgang ging es langsam zum Feuerwehrmuseum wo wir zu 12:00Uhr angemeldet waren; auf Grund der nicht statt gefundenen Führung hatten wir noch etwas Zeit und kauften bei einem Bauern selbst eingelegte Gurken und Gemüse als Mitbringsel ein. Natürlich mussten wir diese auch alle vorher gegen einen kleinen Unkostenbeitrag probieren. Man merkt doch den Unterschied ob von eigener Herstellung oder maschineller. Somit war auch diese Zeitspanne überbrückt.

Hier hatten wir noch Zeit ein Storchenpaar in seinem Nest zu beobachten.

Das Feuerwehrmuseum ist im alten Feuerwehrhaus von Schlepzig untergebracht, man findet dort eine interessante und ausgewählte Sammlung von historischen Löschgeräten aus dem 20. Jahrhundert. Auch kann man die Entwicklung der Dienst- bzw. Schutzkleidung begutachten. Die Jugendfeuerwehr nimmt regelmäßig an Wettbewerben teil und ist sehr erfolgreich.

Das neue Feuerwehrhaus (Freiwillige Feuerwehr von Schlepzig) ist gleich neben dem Kindergarten auf einem Gelände untergebracht (Nachwuchstechnisch gut gedacht).

Da heute alles irgendwie etwas anders gelaufen ist als geplant hatten wir bei wunderschönem Sonnenschein noch genügend Zeit zum Picknicken. Unser Picknick fand nach Rücksprache unter freiem Himmel auf dem Gelände des Bauernmuseums statt.

Hier konnte jeder noch einmal alle seine Eindrücke auf sich einwirken lassen und gegebenenfalls sich noch so manches anschauen. Die Cateringtaschen wurden ausgepackt und es kamen lecker schmeckende Sandwichs zum Vorschein, zu Trinken gab es Kaffee – wenn man wollte oder Mineralwasser, Cola-Mix und für die Nichtkraftfahrer sogar ein „Bier“. Die Cateringverantwortlichen haben an alles gedacht. Bei einem gemütlichen Plausch und Sonnenanbetung verging die Zeit wie im Fluge und gegen 13:30 Uhr marschierten wir alle zu unserem MTW der uns dann zur Kahnanlegestelle brachte.

Pünktlich um 14:00 Uhr startete die 2stündige Kahnfahrt welche auch schon, (wie alles andere) von Berlin aus reserviert/bestellt wurde. Der „Bootsmann“ erzählte sehr ausführlich zu den einzelnen Themen/der Geschichte des Spreewaldes. Im Spreewald teilt sich die Spree auf in ein Labyrinth von über tausend Kilometern Gewässer. Seit 1991 zählt es zu dem UNESCO Biosphärenreservat. Die über 300 Fließe und Kanäle sind bis heute die wichtigsten Transportwege und ein ideales Revier für Wassersportler. Egal von wo, Burg, Lübbenau oder Schlepzig – überall warten die Kahnfährmänner auf ihre Gäste. Diese werden dann mit ihren Spreewaldkähnen durch die romantischen und urwüchsigen Wälder gestakt. Manche Kähne legen auch an verschiedenen Ausflugsrestaurants an (kommt auf die Länge / Dauer der Kahnfahrt an), wo man die deftigen Spreewaldspezialitäten – verschiedene Sorten Gurken, Meerrettich oder Leinöl – verkosten kann. Im Gurkenmuseum, in Lehde, kann man sich über die traditionellen Rezepturen informieren und natürlich auch kosten.

Das Wetter war für die Kahnpartie sehr angenehm –nicht zu warm und es gab keine Mücken-. Die Zeit verging wie im Flug und wir waren im Nu wieder am Abfahrtspunkt angekommen. Nachdem sich jeder ehrlich gemacht hat, marschierten alle gemeinsam zum MTW – Parkplatz. Hier vertrat man sich, bei einem Getränk (Kaffee, Selters oder Cola-Mix) und einer kleinen Leckerei die Beine. Jule ging es bei allen Aktivitäten pudelwohl und die Kahnfahrt hat sie auch gut überstanden. Sie war die einzige, die kristallklares Spreewasser getrunken hat; Frauchen hat einen Getränkebecher mit Spreewasser gefüllt und sie schlapperte es in null Komma nix aus. Hier auf dem Parkplatz konnte sie so richtig umhertollen bzw. sich austoben bevor es zur Weiterfahrt ging.

Auf der Fahrt zur Großen Krampe öffnete Petrus seine Schleusen, aber wir saßen ja trocken. Sobald das Fahrzeug das Land Brandenburg verlassen hatte und wir wieder Berliner Luft schnupperten hörte der Regen auf. Es stand unserem Grillabend an der Großen Krampe nichts mehr im Wege. Im Vorfeld wurde die Abendgeselligkeit mit der WRD – Station Große Krampe abgesprochen; unter anderem –wer was besorgt bzw. zubereitet.

Da es ja überall und auch hier ordentlich geregnet hat, war das gesamte Mobiliar in die Station herein geräumt worden, nun hieß es wieder ausräumen. Während Lothar einem Teil der Seniorengruppe die WRD – Station erklärte bauten andere fleißige Helfer alles zum gemütlichen Zusammensein auf.

Helmut über nahm mal wieder die Funktion des Grillmeister und es schmeckte fantastisch; die hausgemachten Salate (Kartoffel- und Nudelsalat) haben die „Fernreise“ gut gekühlt überstanden (wurden ja auch erst früh gemacht) und hatten eine durchgehende Kühlung; wie man sieht macht sich dieses doch bemerkbar/bezahlt. Es wurden die leckeren Getränke ausgepackt und man ließ sich von allen Köstlichkeiten verwöhnen. Die schmackhaften Spezialitäten der WRD – Crew hatten es auch in sich. Nachdem Aufräumen und zu späterer Stunde hieß es so um 21:00 Uhr „Abmarsch“.

Die gesamte Mannschaft trat dann die Heimfahrt an und gegen 21:30 Uhr wurde der erste Haltepunkt (Konraden Str.) angesteuert; hier verließ Anneliese die Gruppe und der Rest der Senioren fuhr mit zur Garage in der Lahnstr. Bevor man sich trennte wurden noch die Mitbringsel an die einzelnen Senioren verteilt und man verabschiedete sich dann nach einem wunderschönen Tag mit viel interessanten Eindrücken. Mancher nahm auch diesen Ausflug als Anregung für private Fahrten.

Wir stellten den Wagen, nach dem Entladen der restlichen mitgenommenen Lebensmittel und Getränke bzw. Leergut, wieder ordnungsgemäß in die Garage. Für uns war nun ein langer aber zufriedenstellender Tag gegen 22:20 Uhr fast zu Ende. Die Senioren JoBa fuhren mit uns noch zu Ihrem Auto mit, welches im Flurweg (auf dem Grundstück stand); hier saßen wir dann auf der Terrasse noch bis Mitternacht zusammen und ließen den vergangenen Tag Revue passieren.

Helmut und ich sind jederzeit wieder bereit so einen Tagesausflug zu organisieren und durch zuführen. In dem Alter unserer Senioren glauben wir, bringen Tagesausflüge mehr als längere Reisen. Man kann sich so seine Kräfte besser einteilen; die Verfassung der einzelnen Senioren ist auch Tages- und Wetterabhängig.

Am nächsten Tag riefen einige Senioren bei Helmut an und bedankten sich für den wunderbaren Tag mit den vielen Eindrücken, die Sie erst im Nachhinein verarbeitet haben.